Das an der Hubbelrather Grenze gelegene Gut Plungscheuer hieß ursprünglich "Plimsgut" oder "Wüste Rotthaus". Laut einer Urkunde wurde "dat weuste Rothusen" bereits im Jahre 1392 zum Kirchspiel Gerresheim gezählt. Der Hof war dem Düsseldorfer Kapitel zuständig und wurde an Halbmänner verpachtet (Lacomblet V BD III Nr. 962).
1499 waren Hermann Hex nebst Frau und Kindern die Pächter des Hofes. (Urk. 287).

Im Jahre 1529 wurde das "woeste Rothus" vom Kapitel des Stiftes Düsseldorf an Hannes und Lisgen Scheper, sowie deren Kinder verpachtet. Neben nicht geringen Ablieferungen und Zinsen mussten die Zahlungen nach Kirchspielrecht beachtet werden. Wenn eine der Drei zuerst sterben sollte, ging das Pflugrecht an den nächsten Erben weiter. Als Sicherheit dienten nicht nur der Hof, sondern auch der elterliche Schepershof und Rosau. 1537 wurde der Pachtvertrag noch einmal verlängert und der älteste Sohn Dietrich mit einbezogen.

Zu den Ländereien des Hofes Plungscheuer gehörte Pachtland des Pastorats in Gerresheim. In dessen Zehntregister wurde von 1557 bis 1573 Wilhelm zu Schepers genannt, der den Hof Plungscheuer mitbewirtschaftete. Das Register nennt 1627 und 1629 Hans Plungscheuer (Johann Scheper ?) mit einer Abgabe von 2 Malter Toggen, 2 Malter Hafer und 1 Malter Gerste, sowie 1630 Gertrud in der Plungscheuer.

Nach dem Tagebuch St. Margaretha lebten 1634 Perter und Elisabeth in der Plungscheuer, die in diesem Jahr ihren Sohn Johann taufen ließen. Peter in der Plungscheuer zahlte auch an den Gerresheimer Pastor seine fällige Jahrespacht. Das Kirchenbuch und der Gerresheimer Pastor nennen von 1660 bis 1667 Lutger in der Plungscheuer (Plumbscheuer)

Im Januar 1675 wurden Peter Copperts und Frau Marie Steinbeck Pächter für 12 Jahre, deren Vertrag vom Kapitel bis 1725 verlängert wurde.

Am 25.9.1688 schienen Unstimmigkeiten über Größe und Grenzen des Gutes bestanden zu haben. Im Beisein des letzten Pächters Johann von Mörsenbroich und seiner Frau Agnes von Fischel, die auf dem Plungscheuer erzogen worden war , ferner Witwe Greven, geb. Scheper als Beisitzerin des Scheperhofes, dessen Land überall an Plungscheuer grenzte, wurden die Ländereichen noch einmal mit ihren Grenzen aufgeführt und mit 56 Morgen beziffert.

Wilhelm Coppertz übernahm die Bewirtschaftung von seinem Vater. Am 28.6.1740 wurde ein Pachtvertrag zwischen dem Kapitel und den Eheleuten Johann Caspar Meisen und Maria Agnes Böck abgeschlossen. Nach dem Tode ihres Mannes wurde am 2.7.1776 die Pacht auf die Witwe und ihren Sohn Johann übertragen.

Peter Höltgen und Johann Meisen schlossen am 15.10.1789 einen Pachtvertrag auf Halbscheidt mit dem Düsseldorfer Kapitel ab (Stift Gerresheim, Urkunde 202a, HS1b Bl 186, HS 3a Bl 146, 148, Akte 60).


[Quelle: Buschmann/ Höltgen: Höfe und Familien im Kirchspiel Gerresheim bis 1805, Ratingen 1987]