Am 30.8.1999 unternahm die Klasse 8c des Städt. Görres-Gymnasiums Düsseldorf
im Rahmen des Biologie-Unterrichts eine Exkursion auf den Abshof.

Die Exkursion fand statt unter dem Titel "Lernen vor Ort: Naturschutzprojekte (1999)"




Über ihren Besuch hat die Klasse 8c den folgenden Exkursionsbericht verfasst:



"Lernen vor Ort: Naturschutzprojekte (1999)

Am 30.8.99 lernten wir, die Klasse 8c, bei einem Unterrichtsgang im Rahmen des Biologieunterrichts Baron von Bomberg kennen. Er lebt zusammen mit seinen fünf Frauen und Kindern auf Schloss Bomberg im Rotthäuser Bachtal in Gerresheim. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Baron von Bomberg ist ein Widder, er gehört zu der vom Aussterben bedrohten Art der Skuddeschafe, von denen es weltweit nur noch etwa 1000 Stück gibt, 11 davon leben auf dem Abshof, auch Plungscheuer genannt. Dieser Hof, ein alter Zehnthof von Sankt Margareta, gehört heute Herrn Dr. Thörner, der uns freundlicherweise eingeladen hatte, damit wir einen Einblick in ein Naturschutzprojekt bekommen.
In einer Scheuene, die nach baubiologischen Prinzipien saniert worden war, erklärte uns Herr Dr. Thörner zunächst in einem Dia-Vortrag die wesentlichen Aspekte seines Projekts. Danach durften wir uns alles ansehen. So enthält die Scheune z.B. Einfluglöcher für Schleiereulen. Wie er uns an Hand des Schmelzes zeigen konnte, werden diese Einfluglöcher von den Eulen auch tatsächlich genutzt. Auch Fledermäuse finden hier in Fledermauskästen Platz zum Schlafen, für die Aufzucht ihrer Jungen und Überwinterungsmöglichkeiten. Ausserdem gibt es im Bereich der Scheune 16 Maisonettewohnungen - sprich Nistkästen - für kleinere Vögel wie z.B. Meisen.
Die Zäune der Anlage sind aus Weidenzweigen gebaut, die in der Art eines Jägerzauns angeordnet sind, hier finden viele Insekten eine Nistmöglichkeit, so z.B. Bienen.
Alte Teichstrukturen wurden wieder hergestellt (natürlich ohne Folie !), die von Quellen des Rotthäuser Bachtals gespeist werden. An die Scheune grenzt eine Streuobstwiese an. Dabei handelt es sich um die traditionelle Form des Obstanbaus, bei der Obstbäume alter Sorten unregelmäßig über die Wiese "verstreut" stehen. Diese Bäume brauchen lange Zeit, bis sie ertragreich sind. Die Früchte haben aber ein unglaubliches Aroma (frei von jeder EG-Norm). Viele einheimische Tiere finden hier Lebensraum, so z.B. die Haselmaus und der Steinkauz.
Eine südlich der Scheune gelegeneTrockenmauer bietet Lebewesen mit Wärmeanspruch Unterschlupf.
Hinter der Scheune wurde ein Bauerngarten nach alter Tradition angelegt. Bereits Karl der Große war ein Förderer der Bauerngärten und hat in seinem Werk "Capitulare de villis" festgehalten, welche Pflanzen unbedingt in einem Bauerngarten enthalten sein sollen, so z.B. die Hauswurz, die vor Blitzeinschlag schützen soll. Die Wege sind kreuzförmig angeordnet und mit Buchsbäumen eingefasst, in der Mitte in einem Rondell stehen Rosen, Lilien und Lavendel. Neben dem Blumengarten gibt es einen Kräuter- und einen Gemüsegarten. Viele Insekten, besonders Schmetterlinge, finden hier die Möglichkeit zur Eiablage und Raupenentwicklung.
Nachdem wir uns alles angesehen hatten und noch einige Fragen beantwortet bekamen, verabschiedeten wir uns und gingen zur Bushaltestelle zurück. Hier lieferten sich verschiedene Mitglieder der Klasse eine Schlacht mit dort wachsenden Beeren, womit wir zur Samenverbreitung beitrugen. Es wurde niemand verletzt.
Insgesamt war es ein sehr aufschlussreicher Vormittag.


Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c [Biologie-Unterricht bei Frau Hauke]"