Rasse:
Skudde
Familie: kurzschwänziges nordisches Heideschaf
Alter der Rasse: mindestens 800 Jahre, vermutlich älter
Ursprüngliche Verbreitung: Schwerpunkt von Pommern bis zum Baltikum, Zentralregion Ostpreußen, teils weit ins Inland; stets auf ertragsärmsten Böden.
Verbreitung heute: ganz Deutschland, einige Herden in der Schweiz und in den Niederlanden - im Ursprungsgebiet offenbar ausgestorben.
Anzahl der Tiere: schätzungsweise 1000, größtenteils züchterisch erfasst in Landesschafzuchtverbänden, noch vorhandenem Bundesverband und GEH.
Zuchtziel: zunächst Bestandssicherung
darüber hinaus:
ein kleinrahmiges, robustes, fruchtbares Landschaf entsprechend den spärlichen Informationen von früher und den Anforderungen von heute.
Einsatzgebiet:

Landschaftspflege auf Extensivstandorten verschiedener Art.

besondere Vorteile:
geringes Gewicht, geringe Trittschädigung
hervorragende Verbißeigenschaften machen Ziegeneinsatz gegen Verbuschung überflüssig.
Selbständig und widerstandsfähig.

eventueller Nachteil:
die springfreudigen Tiere brauchen im unbeaufsichtigen, hausfernen Bereich einen Festzaun von ca. 1,30 m Höhe
( im E-Netz u. U. Strangulationsgefahr) .... mit einer Hecke aus einheimischen Sträuchern wird ein solcher Zaun zu einem wichtigen Biotop für Vögel, Kleinsäuger etc....

Charakter: lebhaft, intelligent, scheu - an Wild erinnernd.
Größe: von Natur aus die kleinste Schafrasse Deutschlands; Geburtsgewichte 1,5 bis 2,5 kg
Muttern werden 45 - 50 cm groß bei 25-40 kg Lebendgewicht
Böcke werden 50 - 60 cm groß bei 35-55 kg Lebendgewicht.
Geringe, standortbedingte Überschreitungen sind akzeptabel,
jedoch: Mastschafe deutlich unerwünscht!
Wolle: Mischwolle aus drei bis fünf Faserarten, ca 2 kg pro Jahr,
Böcke mit Mähne.
Farbe: einfarbig weiß, schwarz oder braun; u. U. schwarz oder rote Pigmentierung von Kopf und Beinen, -Scheckung unerwünscht.
Weitere Eigenschaften: harte Klauen, fest federnde Beine, trockene Gelenke;
Böcke mit gewundenem Schneckengehörn.
Weibliche Tiere ungehörnt, mit Hornstummeln oder kleinen Hörnern;
keilförmiger Kopf mit kleinen Ohren, aufmerksamer Ausdruck;
kurze Schwänze, oben bewollt, unten behaart.
Fruchtbarkeit: bedingt asaisonal (variiert mit Genanteil und Futterangebot sowie ganzjähriger oder saisonweiser Zugabe des Bockes); durchschnittlich 130% Ablammergebnis bei drei Ablammungen in zwei Jahren (Zwischenlammzeit acht Monate)-. Sehr gutes Mutterverhalten.
Fütterung: extensive Standorte; ungedüngtes Heu, Stroh, Mineralfutter, verschiedene Kräuter, Verbißmöglichkeit z. B. von Zweigen -Mast schadet, während artgerechtes Futter mageres, delikates Fleisch ohne ausgeprägten Schafgeschmack erzeugt.
Haltung: robust; bei ausreichend Fläche und Unterstand im Winter draußen.
Anmerkung: da die Rasse erst seit den 80er Jahren einheitlich züchterisch bearbeitet wird, variieren einzelne Merkmale noch stark - hier müssen züchterische Auslese und breiteste Generhaltung Hand in Hand gehen.